Das Thema der Quarantäne ist ein oft umstrittenes und auch belächeltes
Thema unter Chinchilla Züchtern, ich spreche es hier an, damit jeder sich seine
eigenen Gedanken dazu machen und abwägen kann, wie er es sieht und für sich halten möchte.
WARUM?
Jeder Chinchillastall hat seine eigenen Bakterienstämme, kommt eine neues
Chinchilla dazu, hat auch dieses seinen eigenen unter Umständen anderen
Bakterienstamm. Gelangen nun zwei, oder gar mehrere verschieden Bakterien-
stämme auf einander KANN dies zu einer Erkrankung des neuen und der
bestehenden Tiere führen.
Weiters hat ein neu zugekauftes Chinchilla Angst, kennt die neue Umgebung,
die Gerüche und Geräusche nicht, hat dadurch Streß, welcher ebenso krankheits-
auslösend sein kann, wobei die Quarantäne ein guter Kompromiß für das Chinchilla
zur ersten Eingewöhnung sein kann.
WO?
Am geignetsten wäre die Durchführung der Quarantäne in einem anderen
Raum, als in dem wo die anderen Chinchillas untergebracht sind, um eine
mögliche Erkrankung des neu zugekauften Tieres von den Anderen zu isolieren.
Vielerorts steht kein weiterer Raum für eine Quarantäneunterbringung zur
Verfügung, in diesem Falle wäre es zumindest nicht schlecht den Quarantäne-
käfig in der entgegengesetzten Ecke des Chinchillaraumes aufzustellen.
Der Käfig?
Vorzugsweise würde ich einen kleineren, sehr leicht zu reinigenden und trotzdem
voll eingerichteten Käfig empfehlen. Denn im Falle einer ernsthaften Erkrankung,
je nachdem Welche, müßte der Käfig öfters als gewöhnlich gereinigt und unter
Umständen desinfiziert werden um die Krankheitserreger und Oozysten von Parasiten
aus der Umgebung des erkrankten Chinchillas optimal entfernen zu können.
Die vorübergehende Unterbringung in einem Quarantänekäfig dessen Größe dem
der Tierhaltung laut TSG nicht entspricht ist zum Zwecke der Durchführung von Quarantäne,
als auch zum Zwecke der Ausheilung von Erkrankungen gestattet!
Wielange?
Sinnvoll erachte ich eine Quarantäne für einen Zeitraum von 40 Tagen, um nach
dieser Zeit eine komplette Kotuntersuchung zu veranlassen und um abzuwarten,
ob das Chinchilla Krankheitssymptome anzeigt. Manche Krankheiten haben eine
längere (einige Pilze bis zu 6 Wochen) Inkubationszeit! Ist das Gesamtbild des neu
erworbenen Chinchillas unauffällig und ebenso das Ergebnis der Labor-
untersuchungen, spricht nichts gegen einen vorzeitigen Abbruch der Quarantäne,
denn auch die Quarantäne ist für das Chinchilla Streß. Die Quarantäne soll zur
Früherkennung von Krankheiten, Eingewöhnung des Chinchillas an das neue
Umfeld, für Kotanalyse, zum eigenen Schutz gegen Krankheiten, zum Schutz
der anderen Tiere gegen Krankheiten und zur Heilung festgestellter Erkrankungen
dienen - ich denke für die Quarantäne sprechen viele Gründe!
Natürlich sollte ein in Quarantäne befindliches Chinchilla keineswegs auf Zuspruch
verzichten müssen und nicht als Aussetziger behandelt werden, dennnoch sollte,
solange kein Kotergebnis vorliegt besondere Hygiene angewandt werden!
Sollte eine Erkrankung des Chinchillas festgestellt werden, ist es wichtig den
Verkäufer davon in Kenntnis zu setzten, damit dieser auch die Möglichkeit hat
seine Tiere untersuchen zu lassen! Es ist durchaus und sogar meist möglich, das
Erkrankungen durch den Streß der Beförderung in das neue Heim auftreten und
die Tiere des Verkäufers absolut gesund sind!
Einem Verkäufer Vorwürfe zu machen hat absolut keinen Sinn, man kann ihn nur
informieren und zusehen dass das neu erworbene Tier vollständige Gesundheit erlangt -
es nutzt niemandem ein Gezetere oder Vorwürfe, davon werden die Tiere nicht gesund.
Abgesehen davon wird KEIN Züchter wohl-wissentlich kranke Tiere verkaufen,
das bitte ich immer zu bedenken!
Wie Anfangs des Themas gesagt, bleibt es jedem selbst überlassen, ob er eine
Quarantäne durchführt. Es gebührt keinem ein Vorwurf führt er keine Quarantäne
durch und es gebührt keinem Gespött, wenn er die Quarantäne durchführt!